Die Anwendung colorimetrisch bestimmbarer Gruppen bei der Strukturaufklärung synthetischer makromolekularer Stoffe

Authors

  • H. Kämmerer Institut für Organische Chemie, Universität Mainz

DOI:

https://doi.org/10.2533/chimia.1965.61

Abstract

Einleitend werden die Reaktionen aufgeführt, mit denen man während oder nach der Polyreaktion Fremdgruppen in Polymere einbauen kann. Sollen diese Fremdgruppen zur Aufklärung des Polyreaktionsmechanismus oder der Polymerstruktur dienen, so müssen sie so genau wie möglich quantitativ zu bestimmen sein. Enthalten z.B. in Polystyrolen kovalent eingebaute Katalysatorreste Halogen, so ist dieses und damit die Fremdgruppe durch Elementaranalyse bestimmbar. Weitaus genauer analysierbar sind Fremdgruppen, wenn sie radioaktive Isotope enthalten. Es wird gezeigt, daß man über II bei der radikalischen Polymerisation von Styrol und über IV bei der ionischen Polymerisation von Athylenoxid eingeführte Gruppen

(C6H5–N=N–C6H4-CO2–)–  (II)
C6H5–N=N–C6H4-CH2OK  (IV) 

mindestens mit der selben Genauigkeit wie radioaktiv isotop gekennzeichnete Gruppen bequem und sicher analysieren kann. An Polystyrolen läßt sich unter gewissen Voraussetzungen das Mindestmolekulargewicht (M'n) bzw. das Zahlenmittel des Molekulargewichtes  (Mn) über colorimetrisch bestimmte Endgruppen ermitteln. Die erhaltenen Mn-Werte stimmen innerhalb der Bestimmungsfehler mit osmotisch gemessenen überein. Colorimetrisch bestimmbare Gruppen ermöglichen die Untersuchung der Verzweigung eines Polymeren, gezeigt an Polystyrolen, und sind geeignet, leicht und genau Übertragungs- und Vernetzungsreaktionen sowie Kopolymerisationen zu verfolgen.

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Published

1965-02-28